Klartext: IV/2011
Thomas Assmann, Gründer und Gesellschafter der Assmann Zeitarbeit GmbH und Uwe Beyer, Geschäftsführer der Assmann Zeitarbeit GmbH, über Mindestlöhne, Zeitarbeit als „arbeitsmarktspolitisches Instrument“ und ein kurzer Ausblick in Zukunft der Personaldienstleistung
Herr Beyer, ganz direkt: wie laufen die Geschäfte?
Derzeit sind wir sehr gut ausgelastet und sehen auch der Zukunft positiv entgegen. Das liegt aber nicht nur an der konjunkturellen Erholung der letzten Monate, sondern vielmehr an unserem Umgang mit unseren Kunden und Mitarbeitern. Wir haben von Anfang an auf qualifizierte und zuverlässige Mitarbeiter gesetzt und auch in diese investiert, sei es durch Fortbildung oder gerechte Entlohnung. Verlässlichkeit und Verfügbarkeit sind die Merkmale unseres Kundenservices. Wir erfüllen Kundenerwartung hinsichtlich Qualifikation und Zuverlässigkeit unserer Mitarbeiter – darauf war seit Firmengründung Verlass. Auch die Verfügbarkeit unserer Fachkräfte liegt auf hohem Niveau. Der Kunde verlässt sich auf uns als Partner. Das ist der Schlüssel unseres Erfolgs. Auch während des allgemeinen Krisenjahres 2009 waren wir als Unternehmen auf Wachstumskurs. Bei Assmann Zeitarbeit versuchen wir uns täglich neu zu erfinden und unsere Kunden ganzheitlich zu unterstützen.
Herr Assmann, Sie gehören keiner nationalen oder internationalen Firmengruppe an, sondern sind selbständig geblieben. Warum diese Ausrichtung?
Das ist richtig und darauf sind wir sehr stolz. Als fränkisches Unternehmen sind wir hauptsächlich im bayrischen Markt aktiv. Wir halten zwar Anteile an Unternehmen außerhalb von Bayern, sehen uns jedoch im Kern als regional tätiges, mittelständisches Unternehmen aus Nürnberg. Unser Service lebt davon, dass wir unsere Kunden verstehen und vor Ort für diese tätig sind. Unsere Auftraggeber, egal ob internationaler Konzern oder Handwerksbetrieb, schätzen diese Nähe. Für Mitarbeiter bedeutet diese Ausrichtung, dass wir keine namenlose Organisation mit ständig wechselnden Ansprechpartnern sind, sondern ein bekannter, vertrauter Partner.
Herr Assmann, "Leiharbeitnehmer bekommen trotz gleicher Arbeit in Deutschland nur halb so viel wie Festangestellte", sagte Sigmar Gabriel (SPD) in einem Interview mit der "Stuttgarter Zeitung" im Februar. Stimmt das?
Herr Gabriel wurde sicherlich nicht optimal vorbereitet als er diese Aussage traf, denn sein Vergleich ist in sich nicht richtig. Zum einen sind auch LeiharbeiternehmerInnen in der Regel „festangestellt“, nämlich beim jeweiligen Personaldienstleister. Weiter ist die Personaldienstleistung eine eigene Branche mit eigenen Tarifverträgen, wer also Personaldienstleistungstarife mit Tariflöhnen anderer Branchen vergleicht, der kann gleich Äpfel mit Birnen vergleichen. Was viel wichtiger ist, spiegelt sich jedoch in folgenden Faktoren im Vergleich zu Belegschaften im Kundenunternehmen: ZeitarbeitnehmerInnen sind im Durchschnitt jünger, sehr oft gibt es Unterschiede in der Ausbildung und im Verlauf des Berufsleben, teilweise sind die Tätigkeiten nicht direkt miteinander vergleichbar. Außerdem ist Zeitarbeit ein Flexibilisierungsinstrument und es gibt ab und an Fälle, in denen ArbeitnehmerInnen weniger als drei Monate im selben Unternehmen arbeiten und dann den Betrieb wechseln. Wenn Sie dies in die Betrachtung einfließen lassen, dann relativiert dies die Aussagen von Herrn Gabriel stark.
Ist der derzeitige Aufschwung nachhaltig, Herr Beyer?
Bitte verzeihen Sie, dass ich meine Glaskugel nicht dabei habe. Es gibt viele Unsicherheiten auf nationaler und internationaler Ebene. Für Industrieunternehmen ist es in diesem Umfeld schwierig zu planen. Denken Sie nur an die „Zwangssparmaßnahmen“ in Griechenland, Spanien, Italien, etc. Diese Maßnahmen werden mit Sicherheit den Aufschwung dämpfen, dennoch gehe ich davon aus, dass Deutschland, und insbesondere Bayern, gut aufgestellt sind. Innovative Produkte, hoher Qualitätsstandard und günstige Rahmenbedingungen sprechen dafür. Für die Personaldienstleister sehe ich entsprechend mehr Licht als Schatten. Dank der politischen Unsicherheit wird es schwieriger für Unternehmen ihre Stammbelegschaft auszubauen, davon wird meine Branche profitieren.
Herr Beyer, also „goldene“ Zeiten für Personaldienstleister?
Zumindest für seriöse und zuverlässige Personaldienstleister. Kunden aus Handwerk und Industrie achten auf faire Bezahlung und gute Arbeitsbedingungen, auch bei Subunternehmern aus der Personaldienstleistung. Auch in der Zeitarbeit steht „Schweiß vor dem Erfolg“ und ohne die entsprechende Leistung nach innen und außen ist kein langfristiger Erfolg möglich. Die Gesellschaft muss langsam erkennen, dass Zeitarbeit eine eigene Branche mit eigenen Hoheiten ist. Personaldienstleistung ist ein „Wachstumstreiber“ für unsere Wirtschaft. Gerade in wirtschaftlich unsicheren Zeiten ist Zeitarbeit ein Garant für eine flexible Produktion und Leistungserstellung. Zeitarbeitsunternehmen übernehmen wichtige Funktionen für eine erfolgreiche Wirtschafts- und Sozialpolitik in Deutschland.
Herr Assmann, die im Mai erwartete „Flutung“ des deutschen Arbeitsmarktes mit osteuropäischen „Billiglöhnern“ blieb aus. Was ist passiert?
Zu einer vernünftigen Sozialpolitik gehört auch die Verhinderung von Lohndumping. Die Politik tut gerne so, als wären die Volkswirtschaften in Europa vergleichbar. Das ist aber nicht so, es gibt immer noch große Unterschieden bei Löhnen, Sozialleistungen und Ausbildung. Ich fühle mich als Europäer sehe jedoch auch die Risiken. Als Zeitarbeitgeber war ich immer für gerechte Mindestlöhne und diese müssen in dem jeweiligen Land für alle gelten. Ich bin froh, dass Politik und Unternehmen hier eine gute Lösung gefunden haben. Nur so konnte eine unsoziale und kurzsichtige Öffnung des deutschen Arbeitsmarktes verhindert werden. Eine „Flutung“ des Arbeitsmarktes mit unvorhersehbaren Folgen für alle ArbeitnerhmerInnen in Deutschland wurde so erfolgreich verhindert.
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Unternehmensinfo Assmann Zeitarbeit GmbH (www.assmann.ag)
Die Assmann Zeitarbeit GmbH und ihre Gründer Thomas Assmann und Uwe Beyer stehen für ein dynamisch wachsendes Personaldienstleistungsunternehmen mit hochqualifizierten Arbeitnehmern in der Metropolregion Nürnberg. Die Assmann Zeitarbeit GmbH ist seit Gründung im Jahr 1997 ein stetig wachsendes Unternehmen in der Region Nürnberg und beschäftigt durchschnittlich rund 350 Arbeitnehmer mit hohem Qualifikationsstandard. Die Gründer stehen für faire und sichere Jobs und bieten mit ihren Unternehmen den Mitarbeitern flexible und sozial wertvolle Arbeit. Für Kunden bedeutet dies zuverlässige, flexible und qualifizierte Zeitarbeitskräfte. Neben übertariflicher Bezahlung und weitgehend unbefristeten Arbeitsverträgen ermöglicht die Assmann Zeitarbeit GmbH in sehr vielen Fällen (durchschnittlich 30%) die Übernahme des Arbeitnehmers durch den Kunden.
Assmann Zeitarbeit GmbH Steinbühler Strasse 11 90443 Nürnberg AG Nürnberg, HR B 14741
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Internet: www.assmann.ag
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